Buchtitel

Das Herrenberger Chorgestühl, fertig gestellt 1517 vom Schreiner Heinrich Schickhardt d.Ä. unter Mitwirkung des Bildhauers Christoph von Urach,  hebt sich von vergleichbaren Schnitzwerken durch seinen Reichtum an qualitätsvollen Bildwerken und sorgfältig eingeschnittenen Inschriften ab.

Nun liegt die erste Monographie des Herrenberger Chorgestühls vor. Es wird darin umfassend dargestellt, und sämtliche Bildwerke und Inschriften mit Übersetzungen werden in ihren kunsthistorischen und theologischen Bezügen dokumentiert.

Schon im Jahr 2005 brachte der Verein zur Erhaltung der Stiftskirche Herrenberg e.V. auf Veranlassung von Dr. Martin Zeller die kunsthistorische Untersuchung des Herrenberger Chorgestühls durch den Fellbacher Kunsthistoriker Dr. Karl Halbauer auf den Weg. Diese Untersuchung sollte die Voraussetzung für die Herausgabe eines offiziellen Führers sein. Nach dem Tod von Dr. Zeller fand sich Dr. Roman Janssen bereit, für diese Schrift Kapitel zur Geschichte und zur Ikonographie zu verfassen und eine Rekonstruktion der ursprünglichen Aufstellung des Chorgestühls zu entwickeln.

Neben einer geschichtlichen Einführung und einer eingehenden Vorstellung des Werkes wird das Gestühl typologisch eingeordnet und die Zuschreibung der Bildschnitzereien an Christoph von Urach und seine Werkstatt durch stilistische und motivische Vergleiche begründet. Die Entschlüsselung des anspruchsvollen theologischen Programms in seinen vielfältigen Beziehungen und Verflechtungen – geprägt von der devotio moderna der Brüder vom gemeinsamen Leben – ermöglicht eine überzeugende Rekonstruktion der ursprünglichen Anordnung der Bildtafeln und der Gesamtkonzeption.

Das reich bebilderte 88-seitige Werk ist im Verlag Schnell + Steiner in der Reihe „Große Kunstführer“ erschienen. Es kostet 12,90 € und kann über den Verein zur Erhaltung der Stiftskirche e.V. erworben werden.