2020 Die neue Vaterunser-Glocke ersetzt die Guldenglocke

Nahezu 400 Jahre war die Guldenglocke d’ in der Herrenberger Stiftskirche die größte Glocke im Gäu und grundierte das jeweilige Geläute der Kirche. Erst 1995 gab sie diese Funktion an die Gloriosa b° ab und stellte nunmehr das Fundament der kleineren Teilgeläute im mittler­weile errichteten Glockenmuseum dar. Allerdings kam es 1998 und 2006 zu Rissbildungen in der Glocke, und nach zweimaliger Schweißung stand sie inzwischen erneut vor einer weiteren Rissbildung. Dies hing damit zusammen, dass die Glocke bei der kriegsbedingten Abnahme 1942 mit einem Vorschlaghammer zer­schlagen werden sollte, was aber nicht gelang. Jedoch dürften damals wohl viele verborgene Haarrisse entstanden sein, die eine dritte Schweißung sinnlos erscheinen lassen. Außerdem passte die Guldenglocke, die durch die Schädigungen tiefer als früher erklingt, nicht mehr in die Schlagtonlinie des großen Museumsgeläuts.

Deshalb beschloss 2017 der Verein zur Erhaltung der Stiftskirche, nachdem sich ein Glocken­stifter gefunden hatte, eine klanglich passende Glocke als Ersatz gießen zu lassen. Diese sollte vor allem die letzte Funktion der Guldenglocke, nämlich zum Vaterunser-Gebet während der Gottesdienste zu läuten, übernehmen und außerdem wieder mehrere Teilgeläute grundieren. Schließlich soll mit dem Neuguss der Glocke auch endlich die Tonleiterlücke zwischen den Schlagtönen c’ (Dominika) und es’ (Betglocke) geschlossen, der alte Uhrenschlag wieder her­gestellt und ein 20-stimmiges Plenumsgeläute ermöglicht werden – das zahlenmäßig größte in ganz Deutschland!

Mit der Glockenzier wurde der ehemalige Herrenberger Dekan Dieter Eisenhardt beauftragt. Der Flyer zur Glocke gibt noch nähere Informationen zur Glockenzier und ihrer Bedeutung.

Zur Entstehung der Glocke gibt es auch ein YouTube-Video.

 

2019 Das neue Ratgeb-Altar-Modell

Aus Anlass des 500-jährigen Jubiläum des von Jerg Ratgeb 1519 gemalten „Herrenberger Altars“ (der ehemalige Hochaltar der Stiftskirche, heute in der Staatsgalerie Stuttgart) ließ der Verein zur Erhaltung der Stiftskirche ein neues Modell des Altars mit klappbaren Flügeln anfertigen. Es hängt innen am östlichen Ende der Südwand der Kirche. Zusätzlich wurde auch eine elektronische Informationsstele zu Kirche und Altar am Eingang des Chors installiert.

 

2015 Der Nachbau des Mömpelgarder Altars

Im Rahmen der Vorbereitung des 500-jährigen Reformationsjubiläums 2017 wurde 2015 für die Herrenberger Stiftskirche ein moderner Nachbau des „Mömpelgarder Altars“ angefertigt, der die protestantische Lehre erstmals ins Bild setzte. Das Original malte der Herrenberger Künstler Heinrich Füllmaurer ca. 1538/40 im Auftrag von Graf Georg von Württemberg für die Pfarrkirche St. Maienboef in Mömpelgard (Montbéliard). Später gelangte der Altar in die Kunstkammer der Herzöge von Württemberg in Stuttgart und von dort aus im Dreißigjährigen Krieg als Beute nach Wien, wo er heute im Kusthistorischen Museum ausgestellt ist.
Der Verein zur Erhaltung der Stiftskirche e.V. war an der Verwirklichung des Projektes der Evangelischen Kirchengemeinde Herrenberg beteiligt. Die Nachbildung des Altars steht auf der Empore der Kirche.
Auf der Homepage der Kirchengemeinde gibt es noch nähere Informationen zum Nachbau des „Mömpelgarder Altars“.

 

2012 Das Carillon

In diesem Jahr fand das bisher größte Projekt unseres Vereins seinen Abschluss. Im Glockenmuseum konnte das Herrenberger Carillon (Glockenspiel mit 50 Glocken) installiert werden. Möglich war dies durch die Unterstützung der Anton- und Petra Ehrmann-Stiftung, der Stadt Herrenberg, der Bauhütte und zahlreicher Spender.

Das Herrenberger Carillon mit 50 Glocken

Das Herrenberger Carillon mit 50 Glocken

 

2012 Die Sonnenuhr

Nach dem Fund eines alten Fotos, auf dem rechts neben dem Eingang zur Stiftskirche eine Sonnenuhr sichtbar war, regte unser Verein die Rekonstruktion dieser Sonnenuhr von 1715 an. Das Projekt wurde vom Kulturverein Herrenberg und privaten Spendern unterstützt.

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Sonnenuhr von 1715, Rekonstruktion

 

2005 Auftrag zur Erforschung des Chorgestühls und Dendrochronologische Untersuchungen am Dachstuhl der Kirche

Die kunsthistorische und ikonographische Untersuchung des Chorgestühls wurde in Auftrag gegeben. Das daraus entstandene Buch der Autoren Karl Halbauer und Roman Janssen erschien 2008.

Auf unsere Initiative hin wurde der Dachstuhl der Kirche dendrochronologisch untersucht, d.h. es wurden Holzproben entnommen, die nach den Jahresringen eine genaue Datierung der Hölzer erlauben.

 

2002 -2004  Restaurierung und Dokumentation der nachreformatorischen Tafelbilder und Epitaphien

Der Verein und die evangelische Kirchengemeinde trugen zur Erhaltung und besseren Kenntnis der wertvollen Bilder und Totengedächtnistafeln bei.

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Epitaph (Toten-Gedenktafel) der Familie Feind von 1560

2003 Erster Glockenmuseumsführer

gab der Verein erstmals einen gedruckten Führer durch das Glockenmuseum heraus.

Wir organisierten auch eine künstlerische Installation des Ratgeb-Altars im Chor der Kirche.

Der Verein zur Erhaltung der Stiftskirche e.V. hat auf der Turmempore in den vergangenen Jahren zudem zahlreiche Kunstausstellungen durchgeführt.